Regard sur Olivier

(2007)

 

  • für Akkordeon und Gitarre
  • Dauer ca. 13 Minuten
  • Auftragswerk von Stefan Hussong und Jürgen Ruck
  • erschienen bei:
    Theophilius Productions
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Hommage à Olivier Messiaen

Die Arbeit an „Regard sur Olivier“ war wie ein Besuch der messiaenschen Klang- und Gedankenlandschaft, bei dem der Blick umherschweift und das Auge bei Vertrautem oder Fremdem, Exotischem oder Verwunderlichem verweilt. Manchem möchte man sich nähern, anderes bleibt unbeachtet oder gerät auf dem Weg dorthin wieder aus den Augen. Aber es gibt auch besondere Orte, an die man immer wieder zurückkehrt.

regard

Einer dieser Anziehungspunkte – genau genommen der Ausgangspunkt für das gesamte Stück – war die Schluss-Passage aus dem ersten Teil der „Visions de l'Amen“. Wie ein Echo des messiaenschen Satzes erscheint sie zweimal in „Regard sur Olivier“. Beim ersten Mal schließt sie den ersten großen Formteil ab, beim zweiten Mal läutet sie dessen frei rückläufige Wiederaufnahme ein. Dem Zitat sind auch die Harmonik des Akkordeons und in sehr subjektiver Weise die Akkordbehandlung im Gitarrenpart entlehnt.

Zwischen den beiden in ihrer Entwicklung gegenläufigen Teilen steht ein schneller, rhythmischer Abschnitt, in dem repetitive Elemente beider Instrumenten thematisch den Gesang eines Fantasievogels einleiten, der ungefähr in der Mitte des Stückes erscheint und den weiteren Verlauf bis zum Ende begleitet.

Am Ende von „Regard sur Olivier“ steht ein kurzer, nahezu einstimmiger Epilog, der das Verlassen der eingangs beschriebenen Landschaft symbolisiert und seine Entsprechung in einem ebenso kurzen Prolog zu Beginn des Stückes hat. Auch diese beiden Teile sind in freie Gegenläufigkeit zueinander gehalten.