Sudden Dance

(2006)

 

  • 3 Trompeten
    Pauken / Becken
    Orgel
  • Dauer ca. 8 Minuten
  • erschienen bei:
    Theophilius Productions
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SuddenDance

Ein wesentliches Merkmal meiner Musik ist Geschwindigkeit. Damit meine ich in erster Linie nicht das Tempo eines Stückes, sondern wie schnell einzelne Ereignisse oder Elemente innerhalb einer Struktur aufeinanderfolgen oder wie schnell sie sich klanglich verändern. Unabhängig vom notierten Tempo bewirkt die so verstandene Geschwindigkeit also eher die Dichte des Materials und ist somit etwas Detailbezogenes. Tempo scheint mir dagegen viel gesamtheitlicher zu sein und in stärkerem Maße den Charakter eines Stückes zu beeinflussen. Eine interessante Frage ist: Was ändert sich am Charakter eines Stückes oder besser: was bleibt gleich, wenn man eine feste Struktur beispielsweise in erheblich langsamerem Tempo ablaufen lässt?

In "Sudden Dance" werden dieselben 66 Takte nacheinander in drei unterschiedlichen Tempi gespielt, zunächst äußerst langsam, dann sehr schnell und zuletzt noch schneller. Die Dauernverhältnisse sind 11:3:2, d.h. das Tempo vervierfacht sich nahezu vom ersten zum zweiten Durchgang. Nicht nur wegen der damit verbundenen Charakteränderung der Musik sind es eigentlich nicht "dieselben 66 Takte", denn der Notentext entspricht sich auch deshalb nicht exakt, weil gewisse klangliche und spieltechnische Details im schnellen Tempo nicht mehr darstellbar sind. Außerdem gibt es Skalenbewegungen (mit Becken), für die das Dauernverhältnis zwischen den drei Teilen aufgehoben wurde und die dadurch in den beiden schnellen Abschnitten sehr viel mehr Raum einnehmen als vorher im langsamen Teil. Dieser endet daher mit einer relativ langen Passage, die in den schnellen Abschnitten nicht mehr erscheint.