Wie die Monde um den Planeten Gitarre
Drei Uraufführungen bei der Kammermusikakademie

von MATIAS WIEDEMANN

Das nennt man wirklich Identifikation mit einer Partie: Hubert Steiner, Gitarrist und Solist der Stückes Guru, betritt ganz in weißes Tuch gewandet und barfuß die Bühne. Der Titel „Guru“ ist mit Bedacht gewählt, ein Ensemble mit Flöte, Klarinette, Fagott, Violoncello, Akkordeon, Perkussion und zweiter Gitarre ist im Raum verteilt wie die Monde um den Planeten Solo-Gitarre.

Das Werk des Aschaffenburger Komponisten Joachim F.W. Schneider hat den ersten Preis beim Kompositionswettbewerb des Schweinfurter Musikforums gewonnen. Das Abschlusskonzert der 1. Bayerischen Kammermusikakademie in der Rathausdiele ist gleichzeitig Uraufführungskonzert der drei Preisträger. Eine knappe Woche lang haben die außerordentlich engagiert spielenden Kursteilnehmer das Stück einstudiert, das zwar kompliziert zu lesen aber – einmal entziffert und begriffen – offenbar durchaus spielbar ist.

Schneider instrumentiert und dynamisiert mit sicherer Hand, Punkte werden gespiegelt oder weiten sich zu Linien, Linien weiten sich zu schwebenden Flächen. Aus einem Vokabular von ineinander geschichteten Crescendi, Glissandi, Geräuschen, Skalen, Arpeggien und geflüsterten Lauten schafft er Raumklänge von hypnotischer Wirkung – wie gesagt, der Titel ist mit Bedacht gewählt. (...)

(MAINPOST vom 23. September 2003)

 

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