Der Modernste gewinnt den Kompositionswettbewerb

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Wer sich auskennt, kann schwerlich etwas dagegen haben, dass der erste Preis an den Deutschen Joachim F.W. Schneider (geb. 1970) für sein Werk Drei Orchesterstücke ging. Es war der modernste und gleichzeitig originellste Wettbewerbsbeitrag. Die Drei Orchesterstücke sind eine Art postmoderne Variante des Zwölftonsystems von Arnold Schönberg.

Schneiders Werk basiert auf einem hoch komplexen theoretischen System, das aber den Erfindungsreichtum des Komponisten nicht beeinträchtigt. Der gedankliche Überbau gibt dem Werk strukturelle Ausgewogenheit und Geschlossenheit und scheint es auch mit expressiver Spannung aufzuladen.

Schneiders Orchesterstücke enden mit interessanten, abgehackten Rhythmen. Sie sind voller groteskem Humor, jubilierend und tanzartig. Das Akkordeon und der zweite Schlagzeuger verstärken das ironisch-spielerische Moment.

Im langsamen Satz kommt alles zum Stillstand und die Musik verändert sich hin zu transluzenten, statisch-schwebenden Farben, die eine leicht gespenstische Atmosphäre ausstrahlen.

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Hannu-Ilari Lampila
(HELSINGIN SANOMAT, 21. September 2009)

 

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