Frostmusik

Die Streicher knistern, das Schlagzeug klappert, die Holzbläser spielen lange, eisige Töne (...) Das neue Werk von Joachim F.W. Schneider für die Kymi Sinfonietta ist wie eine Beschreibung des frostigen Nordens.

Aber mit einem Mal, inmitten der Kälte, bricht eine swingende Trommelbegleitung los, und für einen Moment spielen die Holzbläser so beschwingt wie bei einem Open-Air-Konzert im Sommer. Schneiders Werk Stretto, Variationen in Tempo und Textur beginnt sein wahres Gesicht zu zeigen.

Der Komponist ist der Gewinner des Klami Kompositionswettbewerbs im letzten Herbst. Damals sagte er, er hätte gearbeitet, wie ein Bildhauer es tun würde. Und tatsächlich hat er eine Figur geformt, aus deren Inneren scheinbar unaufhörlich Ideen strömen. Der Zuhörer versucht instinktiv, etwas Vertrautes darunter zu finden.

Was also bekommt der Zuhörer von der Musik? Irgendwo in einem hinteren Winkel des Geistes bekommt Schneiders Komposition eine Fortsetzung, und wenn man sie ein zweites Mal hören würde, würde man sich vielleicht Neuem bewusste werden – in erster Linie, dass die Ideen ihre endlose Transformation fortsetzen.

(...)

Das Orchester bot ausgezeichnete Aufführungen von Schneiders und Ahos Werken (...) Der Dirigent Yasuo Shinozaki schien bei den beiden zeitgenössischen Stücken in Hochform zu sein.

Ari Helander (KOUVOLAN SANOMAT, 6. Februar 2010)

 

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